Geschichtliche und didaktische Aufarbeitung der Vergangenheit für eine Zukunft mit Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt.
Am 13.05.2026 wurde der Lina-Muders-Preis zum 16. Mal vergeben.
Die SPD-Fraktionsvorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Sandra Ihne-Köneke hielt die Begrüßungsrede. Zu der Feierstunde konnte sie über 40 Gäste begrüßen, unter ihnen die Bundestagsabgeordnete Dagmar Schmidt, sowie die ehemalige Bundestagsabgeordnete Erika Lotz. Der Landtagsabgeordneter Matthias Büger war zugegen und der Oberbürgermeister Manfred Wagner, sowie zahlreiche ehemalige Preisträger und SPD-Mitglieder. Sie bedankte sich bei der hervorragenden Vorbereitung der Feierstunde bei Ingeborg Koster und Christopher Bursukis.
Der Stadtverbandsvorsitzende Jörg Kratkey erläuterte die Intention des Lina-Muders-Preises und wie es zu der Namensgebung gekommen ist. Lina Muders war in der Zeit des Nationalsozialismus eine verfolgte und inhaftierte Sozialdemokratin.
Die Laudatio für den diesjährigen Preisträger Prof. Dr. Ulrich Mayer hielt der ehemalige hessische Minister und Buchautor Gerhard Bökel. Eindrücklich schilderte er den Lebensweg von Ulrich Mayer, der am 25.02.1941 in Wetzlar geboren wurde. Mit 23 Jahren fing er nach dem Studium an zu unterrichten. Ab 1970 wurde Ulrich Mayer an der Uni Gießen pädagogischer Mitarbeiter für Didaktik der Geschichte und absolvierte gleichzeitig ein Studium, welches er mit dem Abschluss „Master of Arts“ abschloss. Er unterrichtete bis 1995 an verschiedenen Schulen.
Voller Energie schrieb er parallel an seiner Doktorarbeit über die Nachkriegsentwicklung der Geschichtsdidaktik und des Geschichtsunterrichts. Er wurde ein gefragter Referent in der hess. Lehrerfortbildung und machte sich als überregionaler Schulbuchautor einen Namen.
1995 wurde er an die Universität Kassel berufen, als Professor für Didaktik der Geschichte, wo er bis 2006 tätig war. In dieser Zeit war er aktiv im Wetzlarer Geschichtsverein, sowie im Verein „Wetzlar erinnert.“ Vor kurzem wurde die von Prof. Dr. Ulrich Mayer verfasste Untersuchung „ Das Eindringen des Nationalsozialismus in die Stadt Wetzlar“ aus dem Jahr 1970 aktualisiert erneut aufgelegt. Dazu gehört die Veröffentlichung der Instrumentalisierung des traditionellen Ochsenfestes für die nationalsozialistische Machtergreifung in Wetzlar. Dazu bedankte sich Dr. Andreas Viertelhausen vom Vorstand des Landwirtschaftlichen Vereins in einem kurzem Grußwort bei dem Preisträger. Als Ausrichter des Ochsenfestes ist es dem Vorstand wichtig die damaligen Mechanismen zu erkennen, damit sie in der Zukunft nicht wiederholt werden.
Prof. Dr. Ulrich Mayer bedankte sich in einer berührenden Rede, in der er die Begegnung mit Lina Muders beschrieb. Er endete mit den Worten; „Nach dem Krieg hat Lina Muders entscheidend mit dafür gesorgt, dass es wieder zu Recht und Ordnung, Zivilisation und sozialem Denken kam in Wetzlar. Dieser Haltung sind wir verpflichtet.“
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Daria Marko und Felicia Voina mit ihrem Geigenspiel.
Zum Ende der Veranstaltung bedankte sich Jörg Kratkey bei allen Beteiligten und Gästen. Er hob hervor, wie wichtig es ist, gerade in herausfordernden Zeiten wie heutzutage sich einzusetzen für Zivilcourage, bürgerschaftliches Engagement, Toleranz, Respekt und demokratisches Bewusstsein.
