Ein Ruf nach Gerechtigkeit: LKW-Fahrer im Fokus der Europäischen Union - Udo Bullmann als Abgeordneter des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Unteraus

Es gibt Tage, an denen man sie immer wieder auf den Landstraßen des Lahn-Dill-Kreises an sich vorbeiziehen sieht: LKW-Fahrer. In den meisten Fällen sind es diejenigen, die Industriebetriebe im Lahn-DillKreis oder Firmen aus der Optikbranche in Wetzlar beliefern. Doch hinter dem Lenkrad sitzen nicht nur Fahrer, sondern Menschen, die eine oft unerzählte Geschichte haben. Kürzlich habe ich erneut die Chance ergriffen, die Geschichten dieser Menschen näher kennenzulernen.

 

Bei meinem erneuten Besuch des Streiks der LKW-Fahrer an der Raststätte Gräfenhausen wurde mir wieder einmal bewusst, welch enormen Herausforderungen und Widrigkeiten viele dieser Fahrer tagtäglich begegnen. Als Abgeordneter des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Unterausschusses für Menschenrechte habe ich einen intensiven Austausch mit den Fahrern gepflegt, die für die polnische Spedition Mazur arbeiten und seit Monaten auf ihren Lohn warten. Sie sammeln sich zum zweiten Mal in diesem Jahr auf dem Rastplatz Gräfenhausen an der südhessischen A5.

Mit ihrem Streik rücken die LKW-Fahrer die problematischen Arbeitsbedingungen ins Licht. Ein derartiger Arbeitskampf, besonders in einem Sektor, der oft im Schatten der Öffentlichkeit operiert, verdient Anerkennung und Unterstützung. Es ist schlichtweg inakzeptabel, dass Fahrer monatelang auf ihr mühevoll verdientes Geld warten und unter Bedingungen arbeiten müssen, die ihre Menschenrechte untergraben.

 

Das Europäische Parlament hat  bereits Anfang Juni im Plenum deutlich gemacht, dass wir uns für die Rechte dieser Fahrer stark machen. Es ist unerlässlich, sowohl auf europäischer als auch nationaler Ebene sicherzustellen, dass faire Löhne und anständige Arbeitsbedingungen respektiert werden. Unsere Position in Bezug auf das Europäische Lieferkettengesetz ist ein Schritt in diese Richtung

 

Dieses Gesetz würde sicherstellen, dass Unternehmen ihre Prozesse überdenken und Maßnahmen ergreifen, um Menschenrechtsverletzungen in ihren Lieferketten zu verhindern. Bei Verstößen gegen diese Standards müssten Unternehmen unverzüglich handeln und den Schaden beheben. Die potenziellen Sanktionen, die für Verstöße vorgeschlagen wurden, sind sowohl entschlossen als auch notwendig.

 

Zusätzlich zur gesetzlichen Regulation müssen die Mitgliedstaaten der EU bestehende Richtlinien streng durchsetzen und überwachen. Dies bedeutet intensive Kontrollen der Arbeitszeiten und die Sicherstellung angemessener Mindestlöhne für alle. Hierbei werde ich als Teil der sozialdemokratischen Fraktion des Europäischen Parlaments stets für die Rechte der Arbeitnehmer und für die unermüdliche Arbeit der Gewerkschaften eintreten.

 

Die Zeit ist reif für Veränderungen. Es ist höchste Zeit, dass die Geschichten und die Rechte von LKW-Fahrern gehört und respektiert werden. Es ist ihr Engagement, dass die Wirtschaft Europas in Bewegung hält, und es ist unsere Pflicht, sicherzustellen, dass ihre Rechte nicht übersehen oder missachtet werden.

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