Maikundgebung: Wir sind viele, wir sind eins

Wir sind viele, wir sind eins – das war das diesjährige Motto der gewerkschaftlichen Kundgebungen am 1. Mai. DGB-Mittelhessenchef Arne Beppler (Ehringshausen) konnte rund 200 Gewerkschaftler und Interessierte zur Maikundgebung auf dem Wetzlarer Eisenmarkt begrüßen. Beppler verwies auf den notwendigen Zusammenhalt der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Besonderen Dank sprach er den Teilnehmern der Gegenkundgebungen anlässlich des Neonazi-Aufmarsches Ende April aus, wo rund 1000 Personen gegenüber den rund 70 Rechtsradikalen deren Aufmarsch durch die Stadt Wetzlar verhindern konnten.

 

Stadtkämmerer Jörg Kratkey (SPD) begrüßte die Kundgebungsteilnehmer im Namen der Stadt Wetzlar und lobte ebenfalls das Engagement gegen Rechts. „Werte der Demokratie, der Toleranz, der Mitmenschlichkeit und des füreinander Einstehens waren stärker als Hass, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und dumpfe völkische Thesen“, so der Sozialdemokrat. Kratkey betonte die soziale Gerechtigkeit, die unabdingbar notwendig sei und verwies darauf, dass ein schwacher Staat handlungsunfähig werde. Deshalb bedürfe es der Anstrengung, unter anderem Schulen, Polizei, Finanzverwaltung, aber öffentliche Krankenhäuser angemessen mit Personal auszustatten und nicht permanenten Sparzwängen zu unterstellen, die sich später rächten.

 

Landtagsabgeordneter Hermann Schaus (Linke) betonte in einem Schwerpunkt seines Redebeitrages, dass es angemessener Renten für Alle bedürfe, um das Vertrauen in den Staat und in die Politik nicht zu gefährden. Erforderlich seien eine Mindestrente sowie die Rücknahme der Kürzungs- und Dämpfungsfaktoren, so dass kurzfristig wieder ein durchschnittliches Rentenniveau von 53 Prozent erreicht werde. Auch Schaus lobte das Engagement vieler Wetzlarer gegen die Auftritte der Rechtsradikalen in der Domstadt. Gemeinsam mit der SPD fordere seine Partei einen gesetzlichen Personalschlüssel für Krankenhäuser, denn in Deutschland müsse eine Krankenschwester rund doppelt so viele Patienten in einer Schicht betreuen, als beispielsweise in Norwegen.

 

Stephen Maier (IG Metall) erinnerte an das Schicksal der 140 Arbeitnehmer der Spezialguss GmbH, die alle ihren Job verlören, weil die Firma zunächst filetiert, die attraktiven Bestandteile herausgelöst und der Rest Investoren ohne Bezug zum Standort überlassen werden sollte. Herausgekommen sei der Verlust der Arbeitsplätze aufgrund des Profitstrebens einzelner.

 

Weitere Redebeiträge hielten Vertreter und Vertreterinnen des Vereins Mozaik, Timo Polat für die Kurdische Gemeinde und Attila Bostanci als Vertreter des Hessenkollegs. Alle Redner beschworen die Notwendigkeit des sozialen Zusammenhalts. Mit einer Abschlussfeier im Klostergarten endete die vom DGB wieder bestens organisierte Maikundgebung in lockerer und friedlicher Atmosphäre.

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